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WG „Lipsia“: Ohne Sozialarbeit geht es nicht

Isabell Bergmann und Karin Bauer (v.l.n.r.) sind die Sozialarbeiterinnen der WG „Lipsia“ eG. Ihr Büro ist im Verwaltungsgebäude der Lipsia, Brünner Straße 12, 04209 Leipzig, untergebracht.

Wohnungslosigkeit durch Mietschulden verhindern – viel Beratungsbedarf bei Pflegebedürftigen – gemeinsam gegen Vereinsamung

Sozialarbeit wird immer wichtiger für uns. Zum einen ist es für uns als Genossenschaft wesentlich, dass wir uns um unsere Mitglieder kümmern. Zum anderen wächst die Zahl der Problemfälle stetig“, so Marco Rosenberger, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft „Lipsia“ eG. Die mittlerweile zwei Soziarbeiterinnen kümmern sich zu einem großen Teil um Schulden bei Nutzungsentgelten (entspricht der Miete).
„Wir müssen unsere Mitglieder vor Wohnungslosigkeit schützen. Wer wegen Mietschulden seine Wohnung verliert, findet auf dem angespannten Wohnungsmarkt keine neue“, erklärt Karin Bauer, Sozialarbeiterin der WG „Lipsia“ eG. Während im Stadtgebiet die Zahl der Zwangsräumungstermine kontinuierlich steigt *, gelingt es der Lipsia auch mittels Sozialarbeit, die Zahl der Zwangsräumungen in der Genossenschaft konstant niedrig zu halten.

Durch die Sozialarbeit der WG „Lipsia“ eG konnte von 2016 zu 2017 die Summe der Mietschulden der Mitglieder bei der Genossenschaft um 7.000 Euro gesenkt werden. Die Sozialarbeiterinnen helfen bei der Beantragung von Sozialleistungen und begleiten betroffene Mitglieder auf dem Weg zur Schuldnerberatung. „Jede verhinderte Zwangsräumung ist für uns nicht nur eine Kostenersparnis, sondern auch Beweis für die gelebte soziale Verantwortung in unserer Wohnungsgenossenschaft“, sagte Marco Rosenberger.

Daneben ist die Sozialarbeit vor allem mit Problemen durch Vereinsamung und Hilfsbedürftigkeit sozialer Randgruppen befasst. Unter dem Ansatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ unterstützt die Wohnungsgenossenschaft ihre Mitglieder bei der Beantragung von Pflege- und Sozialleistungen. „Allein schon durch die zeitnahe, vollständige Abgabe von Anträgen können viele Krisensituationen entschärft werden“, bringt es Sozialarbeiterin Isabell Bergman auf den Punkt. „Oftmals benötigen die Betreffenden nur ein offenes, authentisches Ohr für ihre Belange und Zuspruch, dass sie die Herausforderungen bewältigen können“, ergänzt Karin Bauer.

Die meisten Mitglieder der WG „Lipsia“ eG kommen ihren Verpflichtungen pünktlich nach und können Probleme selbstständig lösen. Diejenigen, die in Notlagen geraten, brauchen die helfende Hand der Sozialarbeit. Für die Wohnungsgenossenschaft ist sie unabdingbar geworden. Vereinsamungstendenzen, Scham, Überforderung führen dazu, dass Mitglieder heute mehr Hilfebedarf haben.

Für Menschen, die erstmals in eine schwierige Lage geraten, ist der Weg zur Beratung oft mit großer Scham verbunden. Hier versuchen die Sozialarbeiterinnen, die Schwelle niedrig zu halten. Das Angebot ist kostenlos und steht allen Mitgliedern offen. „Bei Problemen sollte keiner den Kopf in den Sand stecken. Wir fühlen uns für unsere Mitglieder verantwortlich und helfen, soweit wir können“, appelliert Marco Rosenberger an die Genossenschaftsmitglieder, sich rechtzeitig zu melden.

Die Wohnungsgenossenschaft „Lipsia“ eG wurde 1954 gegründet und ist eines der bedeutendsten genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen Leipzigs. Zu ihr gehören fast 8.000 Wohnungen im Bestand, davon über 3.000 im Stadtteil Grünau sowie eine hauseigene Spareinrichtung.


* Amt für Statistik und Wahlen der Stadt Leipzig, Zahl der Zwangsräumungstermine stieg von 876 im Jahr 2012 auf 1.000 im Jahr 2016


Quelle: Pressemitteilung der WG Lipsia e.G. vom 19.04.2018

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