Quartiersrat Grünau – zentrales Beteiligungsinstrument im Stadtteil

„Grünau entwickeln“ – dieses Motto versucht das Quartiersmanagement seit Beginn seiner Arbeit Anfang 2007 aktiv umzusetzen. Zusammen mit Bürgern, Vereinen, Trägern, Unternehmen und Institutionen vor Ort möchte es durch die Unterstützung nachhaltiger Projekte Entwicklungen anschieben und die vielfältigen Potentiale, die Grünau zu bieten hat, weiter stärken.

In Grünau gibt es eine Vielzahl von Gremien, die sich mit verschiedensten Themen beschäftigen. Da die meisten Beteiligten jedoch ehrenamtlich arbeiten und die zeitlichen Ressourcen begrenzt sind, wurde mit dem Quartiersrat ein übergeordnetes Gremium für Grünau zu schaffen, das sowohl als interner Ansprechpartner für den Stadtteil selbst, als auch für externe Stellen (z.B. Stadtverwaltung und Politik) dienen soll.

Dieses Gremium, das seit April 2007 existiert, setzt sich aus max. 22 Mitgliedern zusammen, die sich hälftig aus Bürger*innen bzw. Vertreter*innen von Bürgergremien (z.B. Bürgerverein) sowie aus Vertreter*innen thematischer Bereiche (z.B. Kinder / Jugendarbeit, Kultur, Bildung) bzw. verschiedener „Sichtweisen“ zusammensetzen. Vertreter von „Sichtweisen“ (Lokale Ökonomie, Wohnungsunternehmen, Kirche) verfügen über kein Netzwerk als Arbeitsgremium. Dennoch soll auch ihre spezifische Sicht auf Entwicklungen im Stadtteil mit in die Entscheidungen des Quartiersrates einfließen.

Der Quartiersrat Grünau als zentrales Beteiligungsgremium soll folgende Kriterien erfüllen:

  • übergreifendes Kommunikationsinstrument für ganz Grünau
  • Abbildung eines breiten Akteurs- und Bewohnerquerschnitts
  • Bündelung und Transparenz von Aktivitäten nach innen und außen
  • frühzeitige Einbindung in Entwicklungsprozesse in Grünau durch Information und empfehlende Mitwirkung
  • Verbesserung der Kommunikation nach innen und außen
  • sukzessive Verbesserung der Außenwahrnehmung von Grünau

Im März 2009 stellte sich der Quartiersrat Grünau erstmals öffentlich zur Wahl. Gewählt werden die Mitglieder für jeweils zwei Jahre. Dadurch will der Quartiersrat noch mehr als bisher mit seiner Arbeit in die Öffentlichkeit gehen. Zur Wahl im Februar 2011 veröffentlichte der Quartiersrat Grünau gleichzeitig das Stadtteilprofil „Grünau zeigt Profil“, das mit vielen Grünauer Bürger*innen, Netzwerken und Einrichtungen über mehrere Jahre erarbeitet wurde und zu den wichtigsten Ergebnissen seiner bisherigen Arbeit zählt. Das Stadtteilprofil sollte die städtischen Entwicklungsplanungen durch Themen aus dem Stadtteil unterstützen, die von den Grünauer*innen selbst als Potentiale und Stärken von Grünau wahrgenommen werden und weiterentwickelt werden sollen.

Aufgrund der derzeitigen Entwicklung weg von Schrumpfung hin zu Wachstum sowohl für Leipzig als auch für Grünau müssen die Rahmenbedingungen neu justiert werden. Dies geschieht mit dem Beschluss des neuen Stadtteilentwicklungskonzeptes „Grünau 2030“, das die bisherige „Entwicklungsstrategie Grünau 2020“ ablöst. Die Mitwirkung an der Erarbeitung war einer der Hauptschwerpunkte der Arbeit des Quartiersrates Grünau in den letzten Jahren.

Gemeinsam mit dem Quartiersmanagement Grünau, das gleichzeitig die Geschäftsstelle des Quartiersrates Grünau ist, möchte der Quartiersrat Grünau die neuen Entwicklungen mitgestalten und möglichst viele Bürger/innen dafür gewinnen, sich aktiv daran zu beteiligen.

Aufgabenschwerpunkte und Funktionen

Wichtigste Aufgabe des Quartiersrates besteht in der Bündelung der verschiedenen Interessen und Ideen aber auch in der Informationsaufnahme und -weitergabe aus und in den Stadtteil. Die Sicherstellung der Kommunikation über Themen, Projekte und Entwicklungen sieht der Quartiersrat dabei als zentrale Aufgabe seiner Arbeit.

Der Quartiersrat hat vier wesentliche Funktionen zu erfüllen:

  • Ansprechpartner für Politik und Verwaltung hinsichtlich Kommunikation über Grünau relevante Themen und Information durch städtische Ämter über kommunale Vorhaben in Grünau
  • Kommunikation der Informationen über Vorhaben und Projekte in den Stadtteil (Multiplikatorfunktion). Ziel ist es, frühzeitig über Vorhaben und Projekte, die in Grünau umgesetzt werden sollen, zu informieren und somit eine frühzeitige Beteiligung zu ermöglichen.
  • Empfehlung zu Projekten, die aus dem Stadtteil selbst kommen und über das Förderprogramm „Soziale Stadt“ umgesetzt werden sollen.
  • Entscheidung über Förderanträge an den Verfügungsfonds Diese sollen vor allem Anschubfinanzierungen für Projekte sicherstellen oder neue Entwicklungen für Grünau unterstützen. (Näheres dazu unter VERFÜGUNGSFONDS.)

Zusammensetzung

Für die Besetzung des Quartiersrates wurden Bewertungskriterien erarbeitet, um einen möglichst breiten Querschnitt an Personen und Bereichen des Stadtteils abzudecken und ein arbeitsfähiges Gremium zu gewährleisten:

  • „Grünauer“: im Gebiet wohnend und/oder hier arbeitend
  • Fachkompetenz: Vertreter des jeweiligen Bereiches
  • Sozialkompetenz: teamfähig, konfliktfähig, konsensorientiert
  • Engagement: Referenz durch bisherige Arbeit im Stadtteil
  • Multiplikator: hoher Bekanntheitsgrad und/oder Vertreter einer (thematischen) Gruppe
  • Strategie: Entwicklung von ganz Grünau im Blick

Der Quartiersrat Grünau setzt sich aus max. 22 Mitgliedern zusammen, die sich wie folgt aufteilen:

  • 11 Bürgersitze (Bürger*innen bzw. Vertreter*innen von Bürgergremien)
  • 10 thematische Bereiche (Vertreter*innen von Netzwerken [z.B. Kinder / Jugendarbeit, Kultur, Bildung] oder „Sichtweisen“ [wichtige Bereiche, die über keine eigenen Netzwerke verfügen: Lokale Ökonomie, Wohnungsunternehmen, Kirche)

  • Die (öffentlichen) Sitzungen des Quartiersrates finden i.d.R. am ersten Montag im Monat ab 17.00 Uhr im Stadtteilladen statt. Dazu sind Bürger/innen und Interessenten herzlich willkommen, Meinungen und Anregungen können gern eingebracht werden. Es finden bei Bedarf auch thematische Sitzungen statt, die sich ausschließlich mit einem Schwerpunktthema befassen und zu denen kompetente Ansprechpartner eingeladen werden.

    Alle Protokolle können unter QUARTIERSRAT PROTOKOLLE abgerufen werden.